1. Wettkampf der WTB Ligen in Rheda

Angestaubtes Image mit Spaß und Leistung widerlegt

Wer bisher einen Kunstturnwettkampf mit konzentrierter Stille, ernsten Gesichtern von kleinen Turnerinnen oder strengen Blicken von Trainern verbunden hat, der wird sich am Samstag beim Oberligawettkampf in der Turnhalle des Einstein Gymnasiums in Rheda die Augen gerieben haben. Etwa 50 Turnerinnen, aufgeteilt in acht Mannschaften aus 7 verschiedenen Vereinen bewiesen einmal mehr, dass an dem angestaubten Image vom Turnen rein gar nichts dran ist.

Allen voran die beiden Heimmannschaften brachten die Halle teilweise zum Kochen. Erstmals starteten gleich zwei Mannschaften der KTV Alt Ravensberg in der höchsten Liga des Westfälischen Turnerbundes. Durch glückliche Auslosung sogar an einem Gerät.

Wie eine breite rot-orangefarbene Wand standen die KTV-ler Schulter an Schulter an der Bodenturnfläche. Lauthals wurde jedes einzelne Teammitglied angefeuert, bei jedem Übungselement mitgefiebert. Und das half, denn auf der Bodenfläche entzündeten Elena Seifert, Pia Niehaus, Inga Bartsch, Madeleine Güth und Gerrit Nissen für die erste Mannschaft und Neuzugang Madeleine Owen, Sinja Struve, Carmen Johannhardt, Louisa Bartel und Hannah Strotmann von der zweiten Mannschaft ein wahres Feuerwerk der Turnkunst. Die Freude und Begeisterung am Turnen schwappte von der Bodenturnfläche auf die Tribüne über.  Sportlerinnen, die mit ihrem turnerischen und sogar schauspielerischen Talent eine Bodenübung zu einem wahren Erlebnis werden lassen, anschließend ihren Teammitgliedern überglücklich in die Arme fallen und vom ganzen Team bejubelt und beglückwünscht werden, das ist das, was den Zuschauern des hochkarätigen Kunstturnwettkampfes in Erinnerung bleiben wird.

Die Voraussetzungen für den Wettkampf sahen für die KTV Alt Ravensberg alles andere als rosig aus. Alicia Kröll und Alexandra Mens konnten verletzungsbedingt nicht antreten, viele Turnerinnen konnten krankheitsbedingt nicht kontinuierlich trainieren, Vorbereitung auf das Abitur oder andere Prüfungen erschwerten die Wettkampfvorbereitung. Von alledem war den Turnerinnen aber nichts mehr anzumerken, als sie am Stufenbarren mit ihren Übungen starteten und diese allesamt fehlerfrei präsentieren konnten. Der Schwebebalken erwies sich dann allerdings als wahrer Zitterbalken. Die Turnerinnen mussten das Gerät jeweils mindestens einmal verlassen, was einen großen Punkteverlust mit sich brachte. Oberliganeuling Louisa Bartel, mit 12 Jahren jüngstes KTV-Teammitglied, zeigte sich von den Stürzen ihrer Vorgängerinnen völlig unbeeindruckt. Mit erstaunlicher Leichtigkeit und Unbekümmertheit turnte die Schülerin bei ihrer Premiere Element für Element sicher in den Stand und erhielt eine der höchsten Wertungen des Wettkampfs.

Am Sprung fanden dann aber alle wieder zu gewohnter Stärke zurück, Madeleine Güth erhielt für ihren hohen Tsukahara die zweithöchste Wertung des Wettkampfs.

„Es ist schon enorm, welch hohes Niveau die Oberliga mittlerweile erreicht hat“, fassten die Trainerinnen Andrea Beckstett, Eugenia Bengs und Kirsi Rohmeier den Wettkampf zusammen. Zwar konnte sich die KTV Detmold als Erstplatzierter deutlich absetzen, dahinter sind die Punktabstände aber gering, so dass sich Platzierung bei den folgenden zwei Wettkämpfen in Sendenhorst und Schalksmühle durchaus noch verschieben können.

Großes Lob von allen Seiten erhielt die Organisatorin Petra Beckstett, die für das Ligawochenende (Oberliga, Verbandsliga, Landesliga 1 und Landesliga 2) ein breit aufgestelltes Helferteam zusammengestellt hatte, das allen Mannschaften und Zuschauern beste Wettkampfbedingungen bot.

 

 

Ergebnisse 1. Wettkampf Oberliga 14.4.2018
OL_WK1_Ergebnisse.pdf
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