Sechs Meistertitel für die TSG Rheda

Rheda-Wiedenbrück. Starker Auftritt vor heimischer Kulisse: Die Turnerinnen der TSG Rheda gewannen bei den Einzelmeisterschaften im Gau Minden-Ravensberg sechs Titel. Erfolgreicher war in der Sporthalle des Einstein-Gymnasiums kein Verein. Besonders in den höchsten Leistungsklassen trumpften die Gastgeberinnen auf.

167 Teilnehmerinnen zwischen 7 und 35 Jahren machten bei den Wettbewerben mit, zehn mehr als im Vorjahr in Lübbecke. "Es wird immer schwerer, Ausrichter zu finden", sagt Mitorganisatorin Uta Entgelmeier vom Turngau. "Ballsportarten haben bei der Hallenbelegung Vorrang", bemängelt sie. Zudem haben viele Vereine keinen auslegbaren "Moskauboden". Der federnde Spezial-Untergrund, der mehr als 30.000 Euro kostet, ist ideal fürs Bodenturnen. Ohne ihn geht es auch, aber dann ist die Verletzungsgefahr höher. Zwangsläufig wird weniger riskant geturnt, so Entgelmeier.

Am Boden, aber auch beim Sprung, am Barren und Balken überzeugten die Rhedaerinnen in den Leistungsklassen 0 bis 2. Madeleine Güth gewann in der LK 0 mit 51,95 Punkten. Auf Platz zwei kam Inga Bartsch mit 51,45 Punkten, ebenfalls aus Rheda. Dritte wurde Pia Niehaus (50,75 Pkt.), die zwar für ihren Heimatklub TG Schildesche gemeldet war, mit der TSG aber in der gemeinsamen Kunstturnvereinigung Alt-Ravensberg in Ober- und Verbandsliga im Einsatz ist.

Pia Niehaus punktete mit Sprungkraft

Die 24-jährige Biologie- und Sportlehrerin punktete mit Sprungkraft sowie ausgefeilter Choreographie zu Swing-Musik am Boden. "Bodenturnen ist mein Favorit, dabei bin ich eigentlich unbeweglich. Einen Spagat bekomme ich nicht so richtig hin", sagte Niehaus und lachte.

In der LK 1 stand mit Alexandra Mens (50,30 Pkt.) bei den 16- bis 17-Jährigen eine weitere TSG-Turnerin ganz oben auf dem Treppchen. Bei den Jahrgängen 18 und älter sicherten sich Carmen Johannhardt (49,30 Pkt.) und Lisa Hansmann (48,85 Pkt.) zudem die Plätze zwei und drei. Leonie Freitag turnte im gleichen Jahrgang in der LK 2 ebenfalls gut, sie kam aber vom Schwebebalken ab und wurde unglücklich Vierte.

Dafür gab es bei den 11-bis 13-Jährigen, dem jüngsten Jahrgang, einen dreifachen Erfolg: Lena Hambrock erhielt mit 49,80 Punkten die Höchstwertung vor Carla (47,60 Pkt.) und Franzi Tillmann (47,55 Pkt.). Die beiden elfjährigen Zwillinge sind seit 2013 Schützlinge von TSG-Abteilungsleiterin Petra Beckstett. Sie messen sich in der Gauliga. Franzi zeigte bei der Meisterschaft am Boden erstmals Schrauben. Die klappten dank drei Mal zwei Stunden Training pro Woche gut. "Turnen ist der beste Sport, denn man kann sich so richtig austoben", sagte Franzi und strahlte.

Leonie Schmedthenke kam als Zuschauerin

Die weiteren Rhedaer Titel holten Alexa Erdmann (50,25 Pkt.) bei den 14- bis 15 Jährigen in der LK 3 sowie in der Nachwuchs-Altersklasse 9 Angelina Steplewski (Jahrgang 2007, 46,05 Pkt.) und Olivia Golab (Jahrgang 2008, 54,95 Pkt.).

TSG-Aushängeschild Leonie Schmedthenke, die in der Bundesliga für den TSV Tittmoning turnt, kam als Zuschauerin - und half auch am Waffelstand aus. Die 21-Jährige war monatelang ganz außer Gefecht, denn sie zog sich bei einer Doppelsalto-Landung Ende 2017 Bänderrisse und eine Kapselverletzung am rechten Fuß zu. Ärzte stellten obendrein ein Knochenödem fest. Um eine OP kam sie herum, "aber ich habe immer noch Schmerzen." Am Barren ist Schmedthenke nun wieder im Einsatz, Fernziel ist das Bundesligafinale im Dezember.

Golab und Steplevski auf Platz eins

Der Sonnatg stand ganz im Zeichen des Nachwuches. Hier mussten die Sieben-bis Zehnjährigen das vorgeschriebene Pflichtprogramm des Deutschen Turnerbundes erfüllen. Aufgeregt waren die Turnzwerge des Jahrganges 2011, die zum ersten Mal richtige Turnatmospäre schnupperten. Markenna Baretti erturnte sich bei ihrem Debüt in der Ak 7 den siebten Platz. Bei den Mädchen des Jahrganges 2010 belegte Milla Holub ebenfalls Rang 7. In die schwierige Stufe AK 8 wagte es Lorena Emanuele und gewann im Jahrgang 2008 den bronzenen Pokal. Bei den neunjährigen Turnerinnen lief es ebenfalls prima für die TSG Rheda. Vizemeisterin der AK 9 / Jhg. 2009 wurde Mia Volz mit 48,20 Punkten. Juline Zaharia wurde Vierte (46,15 Pkt.) vor Victoria Letzel (45,05 Pkt.). Noch anspruchsvoller wurde es in der AK 9. Ohne Konkurrenz aber mit guter Punkwertung turnte Angelina Steplevski mit 46,05 Punkten im Jahrgang 2007 auf das goldene Treppchen. Ein weiterer Meistertitel ging an Olivia Golab(54,95 Pkt.). Bronze gewann Lea Rosenthal (47,80 Pkt.). Platz fünf belegte Klara Bittenbinder, die alle zum ersten Mal diese Stufe des Jahrganges 2008 antraten. 

Weitere Ergebnisse siehe unten:

Ergebnisse LK 0 bis LK 2
Ergebnisse Gaueinzel 2018 Lk 0-2.pdf
PDF-Dokument [69.2 KB]
Ergebnisse LK 3
Ergebnisse Gaueinzel 2018 LK3.pdf
PDF-Dokument [72.9 KB]
Ergebnisse AK
Gaueinzel2018AK Wettkampf.pdf
PDF-Dokument [73.3 KB]