Sensation in Sachsen-Anhalt

Turnmärchen beim zweiten Wettkampfstart wird wahr

Bundespokal für die KTV Alt Ravensberg

Mit einem Paukenschlag endete der zweite Auftritt der KTV Alt Ravensberg beim Bundespokal des Deutschen Turnerbundes in Halle an der Saale. Völlig überraschend gewann die von der TSG Rheda und Spvg Steinhagen gebildete Startgemeinschaft den Wettbewerb, der als inoffizielle deutsche Meisterschaft der Leistungsstufe KM 2 gilt.

»Bundes-Pokalsieger 2014 ist die Kunstturnvereinigung Alt Ravensberg!« Als die Wettkampfleitung in Halle an der Saale diesen Satz aussprach, kannte die Freude keine Grenzen mehr: Sektkorken knallten, die Turnerinnen und Trainerinnen aus Rheda-Wiedenbrück sowie Steinhagen lagen sich in den Armen, 40 mitgereiste Fans machten die Tribüne zu einem Tollhaus.

Der Erfolg ist eine Sensation: Beim erst zweiten Wettkampfstart des jungen Vereins ließen die Turnerinnen der KTV Mannschaften aus ganz Deutschland hinter sich. Am Samstag ereignete sich ein wahres Turnmärchen. Als Landespokalsieger waren die Turnerinnen der KTV Alt Ravensberg angereist und trafen auf die Titelträger der übrigen Bundesländer. Am frühen Morgen begann das Einturnen, bei dem ersichtlich wurde, dass der Wettkampf kein Zuckerschlecken werden würde. Einige Turnerinnen präsentierten bereits Übungsteile auf hohem Niveau. Und ausgerechnet der Schwebebalken wurde als Startgerät für die KTV ausgelost. Entsprechend groß war die Nervosität bei allen Beteiligten.

Toller Start von Alicia Kröll

Doch Alicia Kröll gelang ein Start nach Maß, an den Emelie Holterdorf, Gerrit Nissen und Jana Terhechte nahtlos anknüpfen konnten. Leonie Schmedthenke präsentierte sich in blendender Form, zeigte drei verschiedene Salti ohne jeglichen Wackler, beeindruckte durch ihre Sicherheit und erreichte die Tageshöchstpunktzahl von 15,0 Punkten.

Auch am Boden brillant

Hochmotiviert nach diesem fabelhaften Start brillierten die Turnerinnen auch am Boden. Die choreographisch ausgefeilten Übungen versetzten die Zuschauer in Begeisterung. Egal ob Schraubensalti, Salti vorwärts und rückwärts oder schwierige Sprünge und Drehungen, alle Übungsteile gelangen hervorragend. Hohe Wertungen katapultierten die KTV in Führung. Allerdings musste das Team nun ein Pausengerät überbrücken. Rechtzeitig neue Erwärmung, Konzentration aufrecht erhalten – alles lief wie am Schnürchen. Nora Sobisch, Madeleine Güth, Jana Terhechte und Leonie Schmedthenke zimmerten vier Tsukaharas in den Stand und vergrößerten damit den Abstand zur Konkurrenz.

Hoch konzentriert am Stufenbarren

Doch es wartete noch der Stufenbarren, an dem erfahrungsgemäß deutlich weniger Punkte als an den anderen Geräten erreicht werden können. Letzte Absprachen mit den Trainern Andrea und Petra Beckstett, Jenny Kelp, Claudia Peterk und Kirsi Rohmeier folgten. Es war beeindruckend mit welcher Konsequenz und Konzentration dann Madeleine Güth, Gerrit Nissen, Lisa Gründling und Jana Terhechte die Anforderungen an dem wohl schwierigsten Turngerät bewältigten.

Geräteumbau für Leonie Schmedthenke

Für Leonie Schmedthenke musste aufgrund ihrer Körpergröße der Stufenbarren umgebaut werden. Die 17-Jährige hatte somit nicht nur lange auf ihren Start zu warten, sondern konnte sich auch erst direkt vor ihrem Start an dem Gerät einturnen. Mittlerweile hatten alle anderen Turnerinnen ihren Wettkampf bereits beendet und alle Augen schauten nun auf den Stufenbarren. Was es dann dort zu bestaunen gab, hatte man zuvor im Wettkampf noch nicht gesehen: Bückumschwünge, freie Felgen, Riesenfelgen, alle Elemente turnte Leonie perfekt in den Handstand. Als ihr nach der phänomenalen Übung ein sicherer Stand gelang, brachen Jubelstürme aus.

Mit 9,25 Punkten Vorsprung und 214,55 Gesamtpunkten gewann die KTV Alt Ravensberg den Bundes-Pokal vor der gesamten deutschen Konkurrenz. Die weiteren Treppchenplätze gingen mit 205,30 Punkten an den ESV Lokomotive Zwickau und den SV Glückauf Sonderhausen

Die Rückreise im Fanbus wurde zur großen Party

Ergebnisse Bundespokal 2014
Ergebnis_Mannschaft_BP2014_W.pdf
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